Sanet organisiert Ersteinbau des Unternehmens aus dem bayerischen Tittmoning

„Das war Schwerstarbeit“ berichtete erschöpft, aber stolz Sanet Partner und Dipl.-Ing. Sven Korf, vom erfolgreichen Abschluss eines herausfordernden Bahnprojekts in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Nach über zwei Jahren intensiver Verhandlungen war es der KRAIBURG-STRAIL GmbH & Co. KG aus dem bayerischen Tittmoning gelungen, ein erstes Projekt für Einrichtung eines Bahnübergangs mit STRAIL-Technologie in dem 250-Millionen-Inselstaat zu gewinnen.

Sanet Trade & Services in Bangkok, das STRAIL in den ASEAN-Staaten als regionale Vertriebsleitung vertritt, konnte mit Martin R. Moeljono einen ausgezeichnet in der Bahnindustrie vernetzten Vertriebspartner für Indonesien gewinnen.

Das Projekt des deutschen Mittelständlers stieß auf großes öffentliches Interesse. So besuchten mehrfach Vertreter des Verkehrsministeriums die Baustelle, die umgehend nach Erfolg dem Director Railway Infrastructure im Verkehrsministerium durch eine Präsentation über den erfolgreichen des Übergangs geben durften. Die indonesische Presse berichtete fast täglich und auf der parallel veranstalteten Eisenbahnmesse wurde sofort eine Fotoausstellung über das Infrastrukturprojekt eingerichtet.

Nur 5 Nachtstunden konnte ungehindert gearbeitet werden, dann rollte der Verkehr wieder über die Baustelle

Dass die Resonanz so überaus positiv war, hat seinen Grund. Vier Nächte harter Arbeit ohne je die Gewissheit zu haben, den Übergang erfolgreich erstellen zu können, lagen hinter dem indonesisch-deutschen Team. Es war eine Meisterleistung.

Bereits zu Beginn musste man feststellen, dass entgegen den Erwartungen alle Schienen und Schwellen ersetzt werden mussten, da sie vollständig verrottet waren. Nur 5 Stunden standen hierfür zur Verfügung, bevor Schienen und Straßenverkehr an dieser Hauptverbindung wiedereröffnet wurden. An den Einbau des Übergangs war dabei noch gar nicht zu denken. Das Strail-Team half beim Gleisneubau aus und arbeitete danach 9 Stunden an Bordsteinen und Einfassungen.

In der Nacht 2 sollte es weitergehen. Allerdings musste man beim Eintreffen feststellen, dass sich die frisch eingesetzten Bauteile abgesenkt hatten. Über 500 LKW pro Stunde und regelmäßiger Güterzugverkehr hatten gemeinsam mit einem Starkregen die gesamten Einbauten zerstört. Es blieb nur die Lösung, in den wiederum kurzen verkehrsfreien Nachstunden alles wieder auszubauen und über die gesamte Breite des Übergangs neue, einen Meter tiefe Fundamente zu legen und den Boden zu verdichten.

Die Arbeit einer ganzen Nacht zerstört: über Nacht mussten neue Fundamente gelegt werden.

In der Nacht 3 wurde dann das „große Graben“ fortgesetzt. Zum Glück hatte diesmal die Arbeit des Vortages alle Belastungen überstanden. Bis 5 Uhr morgens waren die Legefundamente gesetzt und die Regierung erlaubte nun während eines Feiertags, den Bahnübergang halbseitig auch tagsüber zu sperren. Nun konnten Innen- und Außenplatten des Gummi-Übergangs verlegt werden.

Gegen 23 Uhr in der letzten Nacht konnten sich Sven Korf und Martin R. Moeljono gegenseitig „Mission completed!“ melden. Jakarta verfügt seither über das erste “STRAIL level crossing system” das Fahrzeugen wie Fußgängern ein gleichmäßig sanftes und sicheres Überqueren immer dann ermöglicht, wenn Straßenverkehr und Eisenbahnen sich treffen. STRAIL Übergangssysteme verbinden Eisenbahnverkehr mit den Bedürfnissen des Straßenverkehrs.

„In Deutschland würde wird man es uns nicht glauben,“ schloss Sanet Partner Sven Korf seinen Bericht ab, „dass ein in den Systemen unerfahrenes indonesisches Team, praktisch ohne schweres Gerät, gemeinsam mit einem deutschen Ingenieur, der weder über den intensiven Schwerverkehr noch über die Bodenverhältnisse vorinformiert war, ein solches, technisches Werk erfolgreich abschließen könnten.“

Umso stolzer kann STRAIL-Exportleiter Willy Molter auf seine Produkte und seine Entscheidung sein, die richtigen Partner für ASEAN und Indonesien gefunden zu haben. Mit diesem Piloteinbau hat er die Türen nach Indonesien mit seinen tausenden Bahnübergängen weit geöffnet.

Fast fertig… Bald geht es mit STRAIL-Technik erstmals „ohne Rumpeln“ über die Eisenbahnschienen.